15 Jahre Fairtrade & Lidl Schweiz: „Fairness ist kein Trend, sondern eine Haltung“

Lidl Schweiz feiert 2026 ein besonderes Jubiläum: Seit 15 Jahren ist Fairtrade Max Havelaar ein wichtiger strategischer Partner – und das Fairtrade Label aus dem Lidl-Sortiment nicht mehr wegzudenken. Wir haben bei Nadja Hauser, CSR-Verantwortliche bei Lidl Schweiz, nachgefragt: Wie viel „Fair“ steckt im Lidl-Warenkorb?

Publiziert am 25. März 2026

Nadja, 15 Jahre Partnerschaft mit Fairtrade – das ist eine lange Zeit. Was hat sich in dieser Zeit alles verändert?

Vor allem die Selbstverständlichkeit. Was 2011 mit einer Handvoll Produkten wie Kaffee und Zucker begann, ist heute ein fester Bestandteil unseres Sortiments. Mittlerweile führen wir über das Jahr verteilt rund 250 Fairtrade-Produkte. Ein besonderer Meilenstein ist, dass heute der Kakao in allen unseren Eigenmarken-Tafelschokoladen zu 100 Prozent Fairtrade-zertifiziert ist. Die Entwicklungen zeigen: Fairtrade ist kein Nischenprodukt mehr.


Warum legt Lidl so grossen Wert auf diese Zertifizierung? Geht es dabei nur um ein Label auf der Verpackung? 

Überhaupt nicht. Das Wort sagt es eigentlich schon selbst: Ein Lebensmittel ist ein Mittel zum Leben. Wir alle brauchen Nahrung zum Überleben, aber oft vergessen wir, was alles dahintersteckt: Ackerland, harte Arbeit, komplexe Lieferketten und eine Natur, die zunehmend aus dem Gleichgewicht gerät. In jedem Produkt in unseren Regalen steckt die Existenz vieler Menschen.Unser Anspruch ist es, die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen in unseren Wertschöpfungsketten zu verbessern. Wir bekennen uns zu unserer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht und schauen genau hin, wo alles beginnt.


Aber kann Lidl diese Verantwortung nicht selbst kontrollieren? 

Wir können nicht bei jeder einzelnen Kakaoplantage oder Bananenfarm im globalen Süden selbst vor Ort sein. Dafür brauchen wir starke Partner wie Max Havelaar. Das Label auf der Verpackung gibt unseren Kundinnen und Kunden die Sicherheit, dass sie sich für ein faires Produkt entscheiden. Es garantiert Mindestpreise und eine zusätzliche Fairtrade-Prämie, über deren Verwendung die Bauernfamilien demokratisch selbst entscheiden – etwa für Trinkwasserbrunnen, Schulen oder medizinische Versorgung.


Lidl geht oft noch einen Schritt weiter als der Standard. Ein Beispiel ist das Living-Wage-Projekt bei Bananen. Was hat es damit auf sich?

Die Banane ist das meistverkaufte Fairtrade-Produkt der Schweiz, doch die Löhne in den Anbauländern sind oft noch zu niedrig. Mit dem „Living Wage“-Projekt schliessen wir die Lohnlücke bei allen Bananen, die in unseren Filialen mit dem Label Fairtrade, Bio, oder Rainforest Alliance versehen sind. Wir zahlen eine zusätzliche Prämie, die direkt bei den Arbeiterinnen und Arbeitern auf den Plantagen ankommt – zum Beispiel in Kolumbien oder Ecuador. Das Ziel ist ein existenzsichernder Lohn, der nicht nur das Überleben sichert, sondern auch Bildung und Gesundheitsvorsorge ermöglicht. Es ist ein komplexes Projekt, aber es zeigt, dass wir bereit sind, über den Standard hinauszugehen.


Ein Blick in die Zukunft: Wo steht Lidl Schweiz in den nächsten 15 Jahren in Sachen Fairness?

Wir wollen das Angebot und die Nachfrage nach Fairtrade-Produkten weiter stärken. Denn seien wir ehrlich: Niemand hat beim Wocheneinkauf Zeit, die einzelnen Lieferketten zu studieren. Deshalb unser Versprechen: Wer bei Lidl zugreift, entscheidet sich für Qualität und soziale Verantwortung. Wir freuen uns auf die nächsten 15 Jahre, in denen Fairness unser Standard bleibt!